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Über den Autor

Rob Dogsen

Name
Rob Dogsen, Autorenname von Roberto Fernandes Rodriguez
Ort
Nürnberg
Beruf
Selbstständiger Hundetrainer seit 2012, geprüfter Gutachter und Sachverständiger
Börse
Technische Chartanalyse seit 2020
Buch
Der Markt will, dass du verlierst!

Rob Dogsen ist mein Autorenname. „Rob“ steht für Roberto, „Dog“ für Hund und „sen“ ist eine Anlehnung an „Sensei“, eine japanische Anrede für Lehrer oder Meister. Sinngemäß steht der Name damit für Rob, den Hundelehrer. Hauptberuflich arbeite ich seit 2012 als selbstständiger Hundetrainer und bin in diesem Bereich geprüfter und anerkannter Gutachter und Sachverständiger. Seit einigen Jahren schreibe ich außerdem für die Zeitschriften Dog’s Avenue und HundeWelt. Mit der Börse und der technischen Chartanalyse beschäftige ich mich seit 2020 intensiv.

Auf den ersten Blick haben Hundetraining und Börse vielleicht nicht besonders viel miteinander zu tun. Für mich gibt es jedoch eine wichtige Gemeinsamkeit: Fortschritt entsteht selten durch einen einzigen gelungenen Versuch. Er entsteht durch Beobachtung, Geduld, klare Strukturen und vor allem durch Wiederholung.

Einer meiner häufigsten Sätze im Hundetraining lautet: Das Geheimnis des Erfolgs liegt in der Anzahl der Wiederholungen. Kein Hund beherrscht eine Übung zuverlässig, nur weil sie einmal funktioniert hat. Erst durch wiederholte Erfahrungen wird aus einem zufälligen Erfolg ein verlässliches Verhalten.

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Beim Lesen von Charts ist es ähnlich. Einen guten Aufbau einmal zu erkennen, bedeutet noch nicht, ihn wirklich verstanden zu haben. Erst durch regelmäßiges Einzeichnen, Messen, Vergleichen und Beobachten entwickelt sich ein Gefühl dafür, welche Strukturen tatsächlich tragen und welche nur im Rückblick gut aussehen.

Meine eigene Entwicklung an der Börse verlief nicht geradlinig. Am Anfang hielt ich mich stark an einzelne Regeln und Linien. Eine Unterstützung sollte halten, ein Widerstand den Kurs zurückweisen und eine sauber eingezeichnete Linie möglichst respektiert werden. Trotzdem gingen Trades schief. Manchmal war die Analyse nicht einmal grundsätzlich falsch. Der Fehler lag in der Umsetzung.

Ich hatte nicht immer einen klaren Stopp, sicherte Gewinne zu spät oder gar nicht und hielt an meiner Meinung fest, obwohl der Markt längst eine andere Antwort gab. Eine Aktie konnte zunächst wie erwartet laufen und trotzdem zu einem schlechten Trade werden, weil mir ein Plan für Gewinnmitnahmen fehlte. Umgekehrt konnte eine gute Idee unnötig teuer werden, wenn ich ihren Ungültigkeitspunkt nicht vorher festgelegt hatte.

Aus meiner beruflichen Selbstständigkeit kannte ich die Bedeutung klarer Abläufe und die Verantwortung für eigene Entscheidungen. An der Börse übertrug ich dieses Wissen anfangs jedoch nicht konsequent auf mein Handeln. Zu oft reagierte ich auf den laufenden Kurs, statt mein Vorgehen im Voraus festzulegen.

Dadurch habe ich verstanden, dass eine gute Chartanalyse allein noch keinen guten Trade ergibt. Es reicht nicht, eine mögliche Bewegung richtig einzuschätzen. Man muss ebenso wissen, wie viel Risiko man eingehen möchte, wo die eigene Idee scheitert und was man tut, wenn der Kurs tatsächlich in die erwartete Richtung läuft. Analyse, Einstieg, Stopp, Positionsgröße und Gewinnmitnahme gehören zusammen. Fehlt einer dieser Punkte, kann selbst ein guter Gedanke schlecht umgesetzt werden.

Mit der Zeit wurde meine Arbeitsweise flexibler. Flexibel bedeutet für mich jedoch nicht beliebig. Ich verschiebe keine Linien und Zielzonen so lange, bis sie zu meiner Position passen. Ich bereite verschiedene Möglichkeiten vor und akzeptiere, dass der Markt keinem meiner Szenarien folgen muss. Unterstützungen, Widerstände, Trendlinien, Pitchforks, Fibonacci-Level, Harmonics und Indikatoren sind für mich deshalb keine starren Befehle. Sie sind Werkzeuge, mit denen ich mögliche Reaktionsbereiche vorbereite. Erst das spätere Verhalten des Kurses zeigt, welche dieser Überlegungen tatsächlich relevant waren.

Auch mein Umgang mit Gewinnen und Verlusten hat sich dadurch verändert. Ich muss nicht mehr den perfekten Tiefpunkt kaufen, den höchsten Punkt verkaufen oder jede Bewegung vollständig mitnehmen. Wenn ich nach meinem Plan bei 20 Prozent Gewinn verkaufe und die Aktie anschließend insgesamt 50 Prozent steigt, habe ich nichts falsch gemacht. Ich habe einen Gewinn realisiert und meinen Trade entsprechend meinem Plan beendet. Der weitere Kursverlauf macht eine zuvor vernünftige Entscheidung nicht nachträglich falsch.

Genauso gehört ein begrenzter Verlust zum Trading. Nicht jedes gute Setup funktioniert. Nicht jede starke Zone hält. Nicht jede Harmonic erzeugt eine nachhaltige Reaktion. Entscheidend ist, dass ein einzelner Trade nicht darüber bestimmt, ob ich anschließend noch ruhig und strukturiert handeln kann. Verluste müssen nicht angenehm werden. Sie müssen kontrollierbar bleiben.

Heute gehe ich deshalb deutlich gelassener mit Käufen, Verkäufen, Gewinnen und Verlusten um. Nicht weil mir das Ergebnis eines Trades gleichgültig wäre, sondern weil ich vorher festlege, welches Risiko ich akzeptiere und wie ich auf unterschiedliche Kursverläufe reagieren möchte. Ich muss nicht in jedem Moment recht behalten. Ich muss meine Entscheidungen nachvollziehbar treffen und mein Risiko so steuern, dass ich auch nach einem Fehler weiter handlungsfähig bleibe.

Dieses Buch ist aus diesen Erfahrungen entstanden. Es soll keine perfekte Strategie verkaufen und keine Sicherheit versprechen, die es an der Börse nicht gibt. Es soll zeigen, wie einzelne Werkzeuge zu einem nachvollziehbaren Gesamtbild verbunden werden können und warum eine gute Analyse immer auch einen Plan für die tatsächliche Umsetzung braucht.

Denn Wissen allein verändert noch nichts. Erst durch Anwendung, Auswertung und Wiederholung wird daraus Erfahrung – im Hundetraining ebenso wie beim Lesen eines Charts.

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